Dienstag , 14 August 2018
Tongariro Crossing Wanderung – Abenteuer bei Wind und Wetter

Tongariro Crossing Wanderung – Abenteuer bei Wind und Wetter

Heute zeige ich dir in meinem Reisebericht eines meiner Wanderhighlights in Neuseeland: Die Tongariro Crossing Wanderung auf der Nordinsel. Diese gehört zu den beliebtesten Tageswanderungen in Neuseeland und war auch für mich das Highlight. Die meisten kommen hier her wegen der tollen Vulkan Landschaft, den Bergen und den Emerald Lakes. Zudem findet man hier auch den Schicksalsberg (Ngauruhoe) aus Herr der Ringe. Allerdings konnte ich das alles leider gar nicht oder nur schemenhaft sehen. Warum es mir trotzdem so gut gefallen hat, erfährst du weiter unten.

Panorama Tongariro Nationalpark

Wenn du noch nichts von dieser Tour gehört hast, ist das nicht schlimm, du bekommst jetzt den Rahmen der Wanderung erklärt und kannst dir schon einmal einen Eindruck davon machen ;). Danach kannst du dir den Reisebericht zu meinem kleinen Abenteuer ansehen.

Fakten zur Tongariro Crossing Wanderung

Lage: Region Manawatu-Wanganui in der Nähe von National Park Village, Neuseeland, Nordinsel
Art und Länge der Strecke: Streckenwanderung, ca. 19,4 km, Starthöhe ca. 1100 m, maximale Höhe ca. 1900 m
Dauer: 5-7 Stunden
Schwierigkeitsgrad: mittel – gute Kondition
Anfahrt: Von National Park Village mit Bus Shuttle zum Startpunkt Mangatepopo Parkplatz und wieder zurück vom Endpunkt Ketetahi Parkplatz
Preis Shuttle: 30 NZ$ für Hin- und Rückfahrt von National Park Village aus
Unterkunft: Am idealsten ist National Park Village geeignet, in Taupo ist es aber auch möglich, aber weiter entfernt
Besonderheiten: Schicksalsberg aus Herr der Ringe, dieser ist auch zu besteigen, ist aber nicht Bestandteil dieser Tour, die Emerald Lakes, Blue Lake, vulkanische Aktivitäten.

Als ich in Neuseeland gewesen bin, war die Tongariro Crossing Tour meine erste Wanderung im Land der Kiwis. Es folgten noch viele weitere, aber diese gehört, wie der tolle Queen Charlotte Track, zu meinen Lieblingswanderungen in Neuseeland. Gestartet bin ich in den kleinen Ort National Park Village, etwa 90 km von Taupo entfernt. Dieser Ort ist komplett auf diese Tour ausgelegt und jedes Hostel hier bietet Shuttles dorthin an und einige oder gar alle bieten ein Verleih für Ausrüstung an. Du benötigst also nicht zwangsläufig alles, bevor du die Tour startest.

Die Sicht wird besser

Was erwartet dich und nötige Ausrüstung?

Je nach Jahreszeit kann es hier ganz schön ungemütlich werden, so auch bei meiner Tour ;). Es war zwar bereits Sommerbeginn, als ich im Dezember 2013 dort war, aber das Wetter wollte nicht mitspielen. Die Wetterlage, um ca. 8 Uhr, war kalt, leicht regnerisch und sehr nebelig. Aber es nützte nichts, die Wanderung musste gemacht werden ;), zumal in dem kleinen Ort nichts anderes zumachen ist. Es gibt auch keinen richtigen Supermarkt, nur eine Tankstelle, wo du zwar das Wichtigste findest, aber alles ziemlich teuer ist.

Das Wetter kann ganz schnell umschlagen, wenn du unterwegs bist und besonders an der Spitze (Red Crater) kann es ungemütlich werden. Daher solltest du ausreichend ausgerüstet sein. Dazu gehört am besten:

  • Allwetterjacke
  • Fleecejacke
  • Handschuhe
  • Regenhose
  • Verpflegung und ausreichend zu trinken
  • Regenschutz für den Rucksack
  • Trittsichere Wanderschuhe
  • Sonnencreme

Tongariro Crossing im Nebel

Der Start

Als wir (ich und 2 aus dem Hostel) von dem Shuttle abgeholt worden sind, dauerte es ca. 25 Minuten bis wir an dem Startpunkt Mangatepopo Parkplatz auf einer Höhe von 1100 m angekommen sind. Auch wenn das Wetter mehr als Bescheiden war, war sehr viel los. Ich schätze das es so 50 Leute waren. Wir haben uns auch nicht lange aufgehalten und sind direkt los gewandert. Die ersten Kilometer sind flach und einfach zu wandern, teilweise sind sogar mit Holzplatten gelegte Wege vorhanden.

Nach ca. 1 Stunde wurde es steiler und das Wetter ungemütlicher. Es regnete mehr und wurde dadurch auch kälter. Der Nebel war so dicht, dass man sehr schlechte Sicht hatte, so konnten wir auch nicht die tolle Landschaft genießen.

Nebel und schlechte Sicht

Der Weg wurde immer steiler und es wurde dann auch sehr anstrengend, wir kamen dabei an kleinen Flüssen vorbei, die sich aus dem Regen gebildet haben und es wurde deutlich felsiger.

Es ist immer möglich mal ein Abstecher nach links oder rechts zu machen, um beispielsweise einen Wasserfall zu sehen, da der eine nur 5 Minuten entfernt war, sind wir den auch besuchen gewesen.

Etwa nach 1/3 der Wanderung kommst du an eine Kreuzung, wo es rechts zum Schicksalsberg (Ngauruhoe, 2287 m) geht. Normalerweise siehst du den Berg auch schon zu Beginn der Tour, aber da es so nebelig war, haben wir ihn nie sehen können. Du kannst von hier auch bis zur Spitze gehen, dauert aber ca. 3 Stunden hin und zurück zur Kreuzung, aber bei schlechtem Wetter solltest du nicht dorthin gehen, da der Weg nicht beschildert ist und du dich sonst verlaufen kannst. So wurde es zumindest erzählt.

Strapazen während der Wanderung

Stürmischer und beschwerlicher Weg zum Red Crater

Nachdem wir zu Beginn noch zu dritt losgegangen sind, waren wir nach ca. 1,5 Stunden nur noch zu zweit, unsere andere Begleiterin hat leider schon etwas schlapp machen müssen und hat sich anderen angeschlossen, die ihr Tempo gegangen sind. Richtung Spitze (Red Crater, ca. 1900 m) wurde es immer steiler und steiler. Es schlauchte ziemlich und das Wetter machte es nicht einfacher, es regnete immer wieder und wärmer wurde es auch nicht, im Gegenteil, je näher wir der Spitze kamen, desto stürmischer und kälter wurde es.

Irgendwann gelangten wir an eine Stelle, an der eine elektronische Anzeige ist, die anzeigt, ob du nun weiter gehen darfst oder nicht, denn das Gebirge ist vulkanisch aktiv, und wenn es zu stark ist, darfst du nicht mehr weitergehen.

Wir konnten es glücklicherweise. Es war sehr mühselig immer gegen den Wind anzukämpfen, und als wir dann oben waren, hat es seinen Höhepunkt erreicht. Es herrschten orkanartige Winde und meine Hände waren mittlerweile komplett eingefroren. Ich hatte auch klugerweise keine Handschuhe dabei. Meine Kleidung war auch schon total durchnässt, obwohl ich eine Allwetter Jacke mit Kapuze anhatte.

Emerald Lakes

Emerald Lakes im mystischen Nebel und ein Lichtblick am Himmel

Der Weg runter war sehr sandig und es ist auch ziemlich steil, daher etwas aufpassen. Auf den Weg runter kommt eines der Highlights der Tour, die Emerald Lakes. Bei klarer Sicht und Sonne erstrahlen die beiden Bergseen hellblau, da es bei unserer Tour so nebelig war, schimmerte es bläulich aus dem Nebel heraus und das machte die ganze Szenerie sehr mystisch. Das Wasser ist schwefelhaltig, daher ist es abzuraten dort zu schwimmen oder gar das Wasser zu trinken ;).

Von hieran ging es fast nur noch Berg runter.  Das Wetter wurde dann immer besser, der Nebel lichtete sich und wir konnten das erste Mal die Ausmaße des Gebirges sehen und als wir uns umblickten, konnten wir auch sehen, dass aus einem Berg Rauch aufstieg.

Die letzten Kilometer gehst du durch ein Waldgebiet und kurz vor Ende mussten wir vom eigentlich Weg runter, da dieser zu dem Zeitpunkt gesperrt war. So mussten wir einen andern Weg nehmen, der aber auch gut beschildert war. Das Wasser raste teilweise wie ein reisender Strom durch den Wald. Jetzt nicht denken, dass hier 1 Meter hohes Wasser durch den Wald walzte, es waren nur wenige Zentimeter, aber es raste und wir sind dann von Stelle zu Stelle gesprungen, um nicht auch noch unsere Schuhe in einen Pool zu verwandeln.

Nach 5 Stunden 20 Minuten am Ziel

Nach über 5 Stunden sind wir am Endpunkt am Ketetahi Parkplatz angekommen und dort war es dann richtig warm, um die 20 Grad. Wahnsinn was für Unterschiede wir hatten. Zum Start kalt und regnerisch. An der Spitze Regen, noch kälter, orkanartige Winde und am Ende haben wir in der Sonne geschwitzt :).

vulkanische Aktivitäten

Gescheitertes hitchhiking

Da es noch ziemlich früh war, und der Bus Shuttle erst zwei Stunden später kommen würde, um uns abzuholen, haben wir uns gedacht, dass wir es mit hitchhiking (trampen) probieren, um zu unserem Hostel zu gelangen.

Wir machten uns auf den Weg und dachten, das wird schon klappen. Aber dem war nicht so. Wir liefen die Straße entlang und es war auch zum Scheitern verurteilt. Denn diese Straße ist sehr wenig befahren und die paar Autos, die an uns vorbeifuhren, haben nicht angehalten. Da es aber noch 30 km bis zu National Park waren, riefen wir vorsichtshalber den Hostelbesitzer an und sagten ihm, dass er dem Busfahrer Bescheid sagen soll, dass wir an der Straße entlanggehen und er uns einsammeln soll.

Wir haben uns zwar schon wieder auf den Weg Richtung Treffpunkt gemacht, aber da der Bus schon unterwegs war, hätten wir es nicht rechtzeitig bis dorthin zurückgeschafft. So haben wir dann darauf geachtet, wenn unser Bus an uns vorbeifährt. Als er kam, haben wir kräftig gewunken und er sammelte uns ein.

Im Bus haben wir auch unsere eigentliches, drittes Mitglied vom Start wiedergetroffen. Zurück am Hostel waren wir glücklich, etwas müde und haben uns dann in einem Marathon die Herr der Ringe Trilogie angesehen, die man sich an der Rezeption ausleihen konnte ;).

Fazit

Die Tongariro Crossing Tour war echt der Hammer. Es lag zwar nicht an der tollen Landschaft und der Aussicht, da wir davon ja so gut wie nichts gesehen haben, aber die Strecke bei diesen Strapazen bewältigt zu haben, war ein reines Abenteuer und hat mega Spaß gemacht, auch wenn es sehr anstrengend und das Wetter extrem widrig war.

Ich muss diese Wanderung unbedingt noch einmal machen, denn ich will auch die tollen Ausblicke mal sehen :). Damit du dir nicht nur einen Eindruck von meinen Strapazen machen kannst, sondern auch die Landschaft siehst, schau mal hier und hier nach.

Hast du die Tongariro Crossing Wanderung schon bewältigt oder steht sie noch auf deiner to-do-Liste?

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Daniel Panhorst

Ich bin Daniel und schreibe hier über meine Erlebnisse rund um die Welt. Am liebsten Reise ich auf eigene Faust, heißt ohne gebuchte Tour oder sowas, ich will die Natur und die Länder selber erkunden und möglichst unabhängig sein.

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2 Kommentare

  1. Schöner Artikel und danke für die Erwähnung zum Schluß!
    Du hattest ja wirklich sehr bescheidenes Wetter 😉

    LG
    Martin

    • Daniel Panhorst

      gerne, sind auch tolle Bilder die ihr gemacht habt, bei besserem Wetter ;). Daher muss ich da unbedingt nochmal hin ;).
      Beste Grüße Daniel

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