Mittwoch , 20 Februar 2019
Mit dem Bus durch Neuseeland – 3 Anbieter im Überblick

Mit dem Bus durch Neuseeland – 3 Anbieter im Überblick

Dies ist ein Gastartikel von Corinna von Aussteigen Bitte!

Es ist der super Plan der Meisten, wenn sie nach Neuseeland reisen. Man mietet oder kauft sich ein Auto, oder besser noch, einen Camper und zieht damit durchs Land. Das ist grundsätzlich eine super Idee, weil man damit in Ecken kommt, die man anders vielleicht nicht sehen würde. Doch was machen die Backpacker, die noch keinen Führerschein haben, oder sich kein Auto leisten können? Ganz einfach: Die fahren Bus!

So erging es nämlich mir. Ich bin 29 und habe keinen Führerschein. Ich weiß… eigentlich ein Unding, aber ich lebe in einer Großstadt. Ich brauchte nie einen. In Köln kommt man ganz wunderbar mit den Öffis von A nach B. Ich habe also keine Notwendigkeit darin gesehen, einen zu machen.

Doch dann wollte ich nach Neuseeland. Mein Budget war begrenzt und ich habe vorher schon damit gedroht, dass ich per Anhalter fahren werde. Das wiederum hat meine Mutter komplett kirre gemacht. Das Kind kann schließlich nicht einfach bei völlig Fremden ins Auto steigen. Da kann ja sonst was passiere. Eigentlich hat sie da ja auch nicht ganz unrecht.

Zwei Tage, nachdem ich ihr also vom Hitchhiken erzählt habe, stand sie vor meiner Tür und meinte: ‚Du. Die hatten da so einen Jahrespass für den Bus im Angebot und ich dachte, das wäre doch super für Dich, also habe ich Dir den schon mal besorgt, dann musst Du Dir auch keine Gedanken machen, wie Du von einem Ort zum Nächsten kommst.‘

Eigentlich war das die Kurzversion von: ‚Ich will nicht das Du per Anhalter fährst!‘, aber ich war sehr dankbar dafür. Es hat mir nämlich tatsächlich eine Last von den Schultern genommen. Wenn ich ehrlich bin, wollte ich nämlich auch gar nicht per Anhalter fahren. Egal wie sicher es sein soll. Alleine würde ich es nicht tun. Übrigens wurde mir auch von Neuseeländern mehrfach gesagt, dass ich damit ganz gut fahre. Per Anhalter fahren ist, auch in Neuseeland, nicht so sicher wie vor ein paar Jahren noch und wie es immer noch propagiert wird. Auf der Nordinsel zum Beispiel soll es ganze Gangs geben, die sich auf Backpacker spezialisiert haben, sie mitnehmen und dann abziehen. Diese Geschichte und die Bestätigung der Kiwis selbst haben mich dann dazu bewogen, immer den Bus zu nehmen und niemals den Daumen raus zu halten. Ich bin halt doch ein Schisser.

Seelöwe Milford Sound

Mit dem Bus durch Neuseeland zu reisen ist dafür aber sehr entspannt und wirklich preiswert. Es gibt gleich mehrere Linien, die über die zwei Inseln fahren, aber die drei beliebtesten sind wohl der Intercity (tatsächlich ein Bus und kein Zug, wie bei uns), Nakedbus (Den kannst Du Dir auch noch leisten, wenn Klamotten schon nicht mehr drin sind.) und Stray (Dazu fällt mir gerade nichts ein.) Doch was unterscheidet diese Buslinien voneinander?

Stray

Der Partybus unter den Bussen und unter Backpackern als die Buslinie für das eher jüngere Klientel gehandelt. Ein Vorteil von Stray ist wohl, dass sie Dir sehr viel abnehmen. Du kannst sowohl Aktivitäten als auch Unterkünfte über sie buchen. Wenn Du zu den Backpackern gehörst, der gerne in Gruppen reist oder gerne mal feiert, dann bist Du hier gut aufgehoben. Du steigst nicht in den Bus und wirst einfach nur von A nach B gefahren, sondern bist Teil der Gruppe und wirst auch während der Fahrt entertaint. Ich habe während meiner Reise einige der Fahrer kennengelernt und finde, dass sie nicht nur Fahrer, sondern Animateure sind.

Bei Stray, genau wie bei den anderen Bussen auch, hast du verschiedene Haltestellen. Du musst nicht die ganze Tour dabei bleiben, sondern kannst länger an einem Punkt bleiben, wenn Dir danach ist und dann bei einem anderen Bus wieder dazu steigen. So lernst Du immer neue Leute kennen und reist nicht alleine.

Stray bietet verschiedene Tickets an. Diese scheinen unterschiedlich lange gültig zu sein und gelten auf unterschiedlichen Strecken. Wenn Du noch nicht weißt, wo Du überall hinmöchtest, bietet sich der „Stray Everywhere“ Pass an. Er ist 12 Monate gültig und Du kommst damit über beide Inseln.

Stray gibt es übrigens auch seit ca. 3 Jahren in Asien. Sie sind gerade dabei, ihr Streckennetz dort auszubauen.

Milford Sound

Milford Sound

Intercity

Der Intercity ist, anders als Stray, ein reiner „Wir bringen Dich von A nach B“-Bus. Das tun sie aber dafür wirklich günstig. Wenn Du richtig viel Glück hast, kannst Du eine Fahrt schon für 1$ bekommen. Mit dem Bus kommst Du in fast jede Ecke Neuseelands, denn das Streckennetz ist wirklich gut ausgebaut, bei dieser Linie. Über die Homepage kannst Du dann auch Touren buchen. Zum Beispiel kannst Du von Auckland aus zum Hobbiton Movie Set. Wenn es Dich danach nicht zurück in die große Stadt zieht, kannst Du auch direkt nach Rotorua gebracht werden.

Intercity bietet zwei Arten von Buspässen an. Den Flexi-Pass und den Travel-Pass.

Beim Flexi-Pass kaufst Du Stunden. Das heißt, wenn Du z.B. den größten Pass für 60 Stunden kaufst, ist dieser nicht 60 Stunden gültig, sondern Du setzt die Stunden in Fahrten um. Eine Fahrt von Auckland nach Rotorua dauert ca. 4 Stunden, diese werden Dir also von Deinem Kontingent abgezogen. Praktisch an dem Pass finde ich, dass Du Dir für die Stunden auch Aktivitäten kaufen kannst. Sollten Dir die Stunden einmal ausgehen, kannst Du auch neue auf den Pass aufbuchen.

Der Travel-Pass ist für Dich der Richtige, wenn Du nur eine bestimmte Route mit dem Bus abfahren möchtest. Es gibt verschiedene Pässe und alle fahren verschiedene Stellen der Nord- oder Südinsel ab. Dementsprechend kosten sie auch unterschiedlich viel.

Solltest Du auf einem Working Holiday in Neuseeland sein und planen, eher mit dem Bus zu reisen, dann würde ich Dir eher zum Flexi-Pass raten. Dieser scheint günstiger zu sein. Bei beiden Pässen kannst Du auch die Interislander Fähre, zwischen den Inseln, nutzen und alle Pässe sind 12 Monate, ab Aktivierung, gültig.

Nakedbus

Nakedbus

Mein persönlicher Favorit, denn ich habe ihn genutzt. Genau wie der Intercity ist der Nakedbus ein reiner „von A nach B“-Bus. Hier hast Du keine aufdringlichen Fahrer, die Dich ständig mit Informationen über die Landschaft vollquatschen, oder über die nächste Aktivität, die Du dort planen kannst. Er ist also eher was für Selbstplaner.

Der Intercity und Nakedbus sind sich generell nicht unähnlich. Auch bei Nakedbus kannst Du unheimliches Glück bei Einzelbuchungen haben und eine Fahrt für rund 1$ ergattern und genau wie beim Intercity gibt es wieder die Pässe. Allerdings unterscheiden diese sich dann doch ein wenig vom Konkurrenten.

Ich hatte damals einen Unlimited Pass. Dieser ist ein Jahr gültig und die einzige Bedingung ist, dass Du jede Strecke, pro Richtung, nur einmal fährst. Mit ein wenig Planung kannst Du in viele Städte aber trotzdem zweimal fahren. Du musst halt nur eine andere Route wählen. Dadurch siehst Du aber auch mehr vom Land. Wenn Du vorhast, länger im Land zu bleiben und möglichst viel zu sehen, dann würde ich Dir diesen Pass ans Herz legen.

Es gibt auch den Trip-Pass. Hier kannst Du zwischen 10 Verschiedenen wählen. Von 3 bis 30 Trips. Ich habe damals 31 gemacht. Das war aber eher Zufall. Du siehst, Du kannst auch mit 30 Trips locker einmal um beide Inseln kommen und alles sehen. Ich hätte gerne damals ein paar mehr Stellen abgeklappert, das hat aber aus verschiedenen Gründen nicht geklappt. Einmal, weil ich kurzfristig doch eine Stelle gefunden habe und so an einem Ort geblieben bin, bis mein Flug auf die andere Insel ging. Ja Flug. Obwohl die Fähre inkludiert ist, habe ich sie nur einmal verwendet. Ich werde leider total leicht seekrank. Nach der ersten Fahrt hatte ich genug.

Zurück zum Nakedbus. Das Streckennetz ist ähnlich gut ausgebildet wie bei den anderen Bussen. Man kommt in fast jede Ecke des Landes. Zusätzlich kann man auch hier wieder Aktivitäten einzeln buchen. Ich habe das damals mit meiner Milford Sound Tour so gemacht. Da Nakedbus nicht mit den Stundentickets arbeitet, musst Du diese Touren dann natürlich so bezahlen.

Milford Sound Tour gebucht über Nakedbus

Was ich auch sehr praktisch fand, ist die zweite Seite von ihnen – nakedsleep.com. Hier kannst Du supergünstige Hostelbetten finden. Zu 90% handelt es sich hierbei um Base Hostels. In Paihia fand ich das Hostel sehr schön und es hat sich wirklich gelohnt, hier so günstig zu buchen. Das Bett war bequem und die Lage war gut. Allerdings sind die meisten Hostels in Pahia direkt nebeneinander. Das gibt sich also nicht viel.

In Wellington hingegen fand ich das Bett furchtbar. Die Matratze war zu dünn und das Fenster ließ sich nicht richtig schließen. Auf Nachfrage wurde mir erklärt, dass es sich um ein, wie auch immer geschütztes Gebäude handelt und sie deshalb nicht einfach reparieren können, wie sie wollen. Hier hat sich nakedsleep also weniger gelohnt. Allerdings findet man in Wellington selten vernünftige Hostels, von daher war es weniger das Verschulden der Seite. Allerdings sollte Dir bewusst sein, dass Dir die Hostels oft das schlechteste Zimmer im Haus anbieten. Das was sie als Letztes an einen „normalen“ Gast vermieten würden. Du buchst schließlich auch das Preiswerteste. Trotzdem muss ich sagen, dass ich zu 90% zufrieden mit den Buchungen über die Seite war.

 

Du siehst, man kommt ohne Probleme mit dem Bus durch Neuseeland. Hast Du selber schon einmal Erfahrungen damit gemacht, oder bist Du bald in Neuseeland mit dem Bus unterwegs?

Corinna Aussteigen BitteDanke Corinna für deinen tollen Artikel.

Wenn du mehr über Corinna erfahren möchtest, solltest du einfach ihren Blog besuchen. Dort gibt Sie Tipps übers Reisen und wer auf Wellness steht, der findet auch dazu etwas ;).

 

Bildquellen: Die Bilder wurden alle von Corinna bereitgestellt, danke ;).

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Daniel Panhorst

Ich bin Daniel und schreibe hier über meine Erlebnisse rund um die Welt. Am liebsten Reise ich auf eigene Faust, heißt ohne gebuchte Tour oder sowas, ich will die Natur und die Länder selber erkunden und möglichst unabhängig sein.

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