Mittwoch , 13 November 2019
Ba Be Nationalpark Vietnam – 7 Stunden durch die Einsamkeit

Ba Be Nationalpark Vietnam – 7 Stunden durch die Einsamkeit

In Vietnam war der erste Stopp in Hanoi und von dort ging es zu dem Ba Be Nationalpark im Norden von Vietnam. Hier gibt es nun meinen Reisebericht dazu. Es war bereits eine spannende Busfahrt mit den Locals um zum Nationalpark zu kommen und dann folgte eine 7-stündige Bootsfahrt durch die Einsamkeit.

Der Ba Be Nationalpark liegt ab vom Schuss und ist, wenn man auf eigene Faust hinfährt, deutlich günstiger, als mit einer gebuchten Tour. Aber es ist sicher entspannter hinzukommen, dazu später mehr ;). Dieser Nationalpark ist wahrlich keine Touristenhochburg. Man kann hier Bootsfahrten auf den Flüssen und Seen machen, welche von viel Dschungel und Bergen umrandet sind. Einen schönen Wasserfall und Höhlen kann man auch sehen. Wenn man hier im Januar/Februar hinkommt, so wie wir, kann es schon mal Regen geben und ziemlich kalt werden (10-13 Grad).

Bootstour

Bootstour

Ba Be Nationalpark kurz und knapp

Anreise
Mit dem Local Bus von der Haltestelle Gia Lam in Hanoi (Pause in Thai Nguyen), umsteigen in Bac Can. (So war es bei uns),
Weiter nach Cho Ra oder direkt zum Dorf beim Park (Pac Ngoi).
Nächster Tag: Von Cho Ra per Motorradtaxi zum Parkeingang (ca.20 km) oder per Boot über den Fluss Nang, so wie wir.

Oder mit einer gebuchten Tour in Hanoi (Bsp.: Ocean Tours (Vorsicht vor den gefälschten Büros): 2 Tage/1 Nacht: 195 US-Dollar/pro Person bei 2er Gruppe alles inkl. (sehr teuer!!!)

Hier ein hilfreicher Link zur Anreise. Meine Empfehlung: Pac Ngoi starten und schlafen.

Unterkünfte
Cho Ra (20 km entfernt vom Parkeingang), ganz paar Hotels. Preis ca. 200.000 Dong/Person und Nacht.

Pac Ngoi (Dorf am Parkeingang), Unterkünfte bei Einheimischen. Preis ca. 100.000 Dong pro Person und Nacht. Parkangestellte helfen wohl bei Organisation.

Was kann man machen?
Preise Bootstour:
von Cho Ra 500.000 Dong pro Person 7 Stunden hin und zurück in 2er Gruppe.

In Pac Ngoi bzw. am Eingang des Parks wahrscheinlich günstiger

Sehenswertes: Flüsse und Seen umzingelt von Steilwänden und umringt vom Dschungel, Wasserfall Dau Dang und kleine Höhlen, viele Wasserbüffel.


Blick auf den Fluss

Blick auf den Fluss

Spannende Busfahrt mit den Locals

Eigentlich war der Plan hier hin mit einer gebuchten Tour zufahren, da diese aber so derbe teuer gewesen wäre, haben wir uns entschieden, auf eigene Faust hierhin zu fahren. Vom Faktor Geld gesehen sicher die richtige Wahl und auch, wenn man es spannend findet, nicht sicher zu sein überhaupt anzukommen. Das Gefühl hatten wir nämlich :). Am Ende aber alles halb so schlimm.

Gestartet sind wir am Gia Lam Busbahnhof, nicht weit von der Altstadt Hanois entfernt. Dort haben wir am Schalter ein Busticket zum Ba Be Nationalpark gekauft. Allerdings konnte dort keiner Englisch, was die Verständigung schwierig machte und wir auch nicht erfahren konnten, wie lange wir brauchen und ob der Bus durchfährt. Wir sind dann in einem kleinen Minibus für ca. 20 Personen eingestiegen. Es war ein Bus für die Locals, heißt wir waren die einzigen Touristen und sonst nur Einheimische. Die Tour ging dann los und es hat eine halbe Ewigkeit gedauert.

Nach ca. 2 Stunden haben wir eine Pause in Thai Nguyen gemacht und versucht zu erfahren, wie lange die Fahrt noch ungefähr dauert, leider ohne Erfolg. Dann sind wir wieder ca. 3 Stunden bis zum Ort Bac Can auf dem Busbahnhof gefahren und uns wurde gesagt das wir in einen anderen Minibus umsteigen müssen, der uns direkt zum Ba Be Nationalpark oder nach Cho Ra (18 km entfernt vom Park) bringt.

Verdreckter Wasserbüffel

Verdreckter Wasserbüffel

Wir waren uns aber immer noch nicht wirklich sicher, ob das hier alles mit rechten Dingen abläuft und Englisch konnte weiterhin keiner. Dann ging es weitere 2 Stunden weiter bis in den Ort Cho Ra. Die Fahrt dauerte deswegen so lange, weil es sehr bergig war und der Bus das nicht gerade schnell bewältigen konnte. Während der Fahrt wurde es stockduster und wir wussten bis dato immer noch nicht, wo wir genau ankommen würden.

Wir hatten zwar keine Angst, aber nicht zu wissen, wo man genau hinkommt und das im Dunkeln, in einem kleinen und unbekannten Ort, ist auch nicht gerade das angenehmste ;). Man muss dazu sagen, dass wir auch noch kein Hotel gebucht hatten und das musste daher auch noch erledigt werden. Glücklicherweise war eine Mitarbeiterin von einem Hotel im Bus und sie sagte sie kann uns zum Hotel bringen.

Wobei ich bis heute der Meinung bin, dass das ein abgekartetes Spiel war und die Mitarbeiterin nur wegen uns im Bus war. Ich sage nur: Paranoia ;). Jedenfalls sind wir dann nach über 7 Stunden in Cho Ra, direkt beim Hotel, mit der Mitarbeiterin ausgestiegen und haben uns dort eingebunkert. War zwar nicht gerade billig (200.00 Dong pro Nacht pro Person = ca. 7 €), aber uns blieb auch nichts anderes über.

Wir haben auch direkt beim Besitzer eine Bootstour für den nächsten Morgen gebucht. Dieses Fährt auch von Cho Ra los und braucht ca. 1,5 Stunden bis zum eigentlichen Ba Be Nationalpark. Kostenpunkt: 500.000 pro Person = ca. 17 €, also sehr teuer. Da wir aber sonst noch extra zum Eingang des Ba Be Nationalpark müssten und von dort auch nicht wirklich wussten, wie teuer ein Boot ist, haben wir es hier gebucht.

Ich auf dem Boot

Ich auf dem Boot

7 Stunden Einsamkeit im Ba Be Nationalpark

Am nächsten Morgen ging es früh raus und wir sind mit Rollern zum Fluss und dem Boot gebracht worden. Dort ging dann unsere 7-stündige Tour (hin und zurück) in die Einsamkeit los. Es war ziemlich frisch ca. 13 Grad und nebelig, aber ohne Regen. Das Boot fährt sehr langsam, was auch mit dem Wasserstand zu tun hat, der teilweise sehr sehr niedrig war, was die Dauer der Tour erklärt. Bis jetzt haben wir, weder auf dem Fluss noch in Cho Ra, einen Touristen gesehen.

Man sieht vom Fluss aus auf die Berge und den dichten Dschungel. Ab und zu kleine Dörfer und viele selbst gebaute Pumpen und Wasserbüffel. Irgendwann kamen wir an einer Höhle an, wo wir durchfahren mussten. Diese war nicht so lang, vielleicht 200 Meter und 20 – 30 Meter hoch. Dann ging es weiter in einen Seitenarm, der aber die gleiche Kulisse bietet und daher nicht wirklich interessant war. Zudem Zeitpunkt waren wir schon im Ba Be Nationalpark und haben auch zwei Boote gesehen, wo ein paar andere Touristen drauf waren.

Dann kamen wir ans Ende der Hinfahrt an. Nämlich an einem kleinen Dorf mitten im Nirgendwo. Hier trafen wir einen einzelnen Touristen, der gerade mit seinem Bootsführer am Aufbrechen war. Das Ziel von hier war der Dau-Dang-Wasserfall, den man in 10 Gehminuten erreicht hatte. Dieser war ganz schön, aber das eigentliche Highlight war für uns das Dorf und die Leute, die hier in der Abgeschiedenheit lebten. Als wir vom Wasserfall zurückkamen, gab es Essen, was wir aber noch extra bezahlen mussten (150.000 pro Person = ca. 5 €). Das hat sich aber gelohnt, denn es gab ein kleines Buffet, welches uns auf verschiedenen Tellern am Tisch serviert wurde (Frühlingsrollen, Reis, Sojasoße, Meeresfrüchte, Gemüse, Pommes, Hähnchen, chinesische Wurst).

Dau Dang Wasserfall

Dau Dang Wasserfall

Dann wurde uns noch ein selbst gebrannter Schnaps angeboten, welchen ich auch probierte. Auf was ich mich da einließ, keine Ahnung. Es war ein „Klarer“, der in einer Plastikflasche in Sträuchern eingelegt war. Er schmeckte überraschend mild. Meine Befürchtung, dass der Drink Konsequenzen für meine Gesundheit hatte, bewahrheitet sich zum Glück nicht ;). Wir haben uns nach dem Essen noch im Dorf umgesehen und wenig später haben wir uns von den sehr netten Restaurantbesitzern verabschiedet, welche aber auch kein Englisch konnten.

Dann ging die ganze Tour wieder zurück, was etwas langweilig war, da es sich zeitlich so hinzog und wir das ja schon alles auf dem Hinweg gesehen hatten. Zudem kam die Kälte noch hinzu. Wieder in Cho Ra angekommen, haben wir etwas gegessen und sind noch Verpflegung und Süßes holen gegangen. Am nächsten Morgen ging es bereits um 6:30 Uhr zurück auf eine 6-stündige Fahrt nach Hanoi, diesmal ohne umsteigen.

Dorf am Ba Be Nationalpark

Dorf am Ba Be Nationalpark

Zu Cho Ra sei noch gesagt, dass der Ort hauptsächlich aus der Straße besteht, die Richtung Ba Be Nationalpark führt und daher sehr klein ist. Hotels gibt es nur weniger und daher auch kaum Touristen, gesehen haben wir im Ort keine.

Meinung Ausflug in den Norden Vietnams

Die Frage, ob ich die Tour empfehlen kann, kann ich nicht mit Sicherheit beantworten. Sagen wir mal so, ich würde nicht noch mal hinfahren, aber bereut hab ich es auf keinen Fall. Da die Fahrt dahin und das Drumherum schon ein kleines Abenteuer war, da wir ja nicht sicher waren, ob wir überhaupt ankommen ;). Zumal wäre es bei wärmeren Temperaturen noch etwas angenehmer gewesen. Schön ist, dass es hier überhaupt nicht mit Touristen überlaufen ist, ganz im Gegenteil, man ist auf dem Fluss die meiste Zeit sehr für sich alleine.

Ich würde empfehlen direkt zum Ba Be Nationalpark zu fahren und nicht in den Ort Cho Ra. Denke, dass das Angebot an Bootstouren bzw. der Art der Bootstour dort besser ist und wohl auch günstiger. Auch wenn unsere Freestyle-Tour trotzdem noch erheblich günstiger war als die gebuchte. Zudem hatten wir durch die Busfahrt noch ein Abenteuer mehr miterlebt.

Warst du schon im Ba Be Nationalpark in Vietnam bzw. willst du da noch hin?

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Daniel Panhorst

Ich bin Daniel und schreibe hier über meine Erlebnisse rund um die Welt. Am liebsten Reise ich auf eigene Faust, heißt ohne gebuchte Tour oder sowas, ich will die Natur und die Länder selber erkunden und möglichst unabhängig sein.

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