Montag , 21 Mai 2018
24-Stunden-Wanderung Bernkastel-Kues: Spaß, Schmerzen und Glücklich sein beim #bloggerwandern Teil 2

24-Stunden-Wanderung Bernkastel-Kues: Spaß, Schmerzen und Glücklich sein beim #bloggerwandern Teil 2

Am ersten Mai Wochenende ging es für mich in das kleine und beschauliche Bernkastel-Kues in Rheinland-Pfalz. Zusammen mit 22 anderen Bloggern wurde ich eingeladen bei der 24-Stunden-Wanderung am 2. Mai mitzumachen.

Angereist sind wir alle bereits am 1. Mai, leider sind ein paar Blogger krank geworden und mussten absagen, daher waren wir nur noch 19. Ich bin mit dem Zug angereist und konnte von Koblenz bis zum Bahnhof Wittlich bereits die schöne Aussicht vom Zug auf die Mosel genießen. In Wittlich wurde ich abgeholt und in mein Hotel in Bernkastel-Kues gebracht.

Um 14 Uhr gab es ein gemeinsames Treffen an der Turnhalle der Grundschule, wo auch der Start der Wanderung am nächsten Tag war. Dort gab es das erste gemeinsame Treffen mit den anderen Bloggern und den Organisatoren der ganzen Veranstaltung.

Nach einem kurzen beschnuppern ging es mit dem Bus nach Traben-Trarbach. Dort sind wir auf eine kleine 5-km-Wanderung gegangen und haben etwas an den Ruinen der Grevenburg gegessen. Es gab hier bereits tolle Eindrücke von der Natur auf dem Moselsteig.

Abends gab es ein gemeinsames Abendessen. Da es am nächsten Tag ernst wurde, bin ich um kurz nach 23 Uhr ins Hotel gegangen und habe meinen Rucksack für den nächsten Tag vorbereitet.

24-Stunden-Wanderung: Es ist angerichtet

Am 2. Mai waren wir um kurz vor 10 an der Turnhalle, wo bereits die anderen, insgesamt 155 Teilnehmer der Wanderung waren. Damit du auch weißt was mich und die anderen genau auf der Tour erwarteten, gibt es hier ein paar Fakten:

Gesamtlänge: ca. 80 km
Gesamthöhenmeter: ca. 1900 m
Anzahl der Schleifen: 3
Länge der Schleifen:
1. Schleife ca. 40 km
2. Schleife ca. 21 km
3. Schleife ca. 19 km
Beginn und Ende: Start 2. Mai 11 Uhr, Ende 3. Mai 11 Uhr

Es ist natürlich keine Pflicht alle 3 Schleifen zu wandern, jeder konnte soviel wandern wie er konnte und wollte. Wenn jemand während der Wanderung nicht mehr konnte, ist das kein Problem gewesen, denn es gab genug Verpflegungsstationen, wo auch das DRK vorort war und einen zurück zur Turnhalle gebracht hatt. An der Turnhalle bekam jeder ein Stempelheft, welches man sich an einigen Punkten auf den Schleifen abstempeln lassen musste, damit wurde festgehalten, wie viel man am Ende geschafft hat und das man nicht abgekürzt hat ;).

Start und Ziel der jeweiligen Schleife, war auch immer die Turnhalle. Dort konnte man auch Klamotten und Ausrüstung lassen, die man vielleicht später noch gebraucht hatte und musste nicht alles mitschleppen. Wer mochte konnte auch auf Feldbetten in der Halle schlafen um sich etwas auszuruhen, bevor es auf die nächste Schleife ging.

Wir waren alle bereits sehr gespannt und fast keiner von uns hatte so eine Wanderung vorher schon gemacht. Die längste Wanderung, die ich am Stück bisher gelaufen bin waren ca. 30 km. Somit wäre die erste Schleife schon persönlicher Rekord gewesen. Mein Ziel war vor dem Event alle drei Schleifen zu schaffen, wobei 2 Schleifen meine Mindestziel war. Da ich so eine lange Strecke noch nie gewandert bin, wusste ich auch nicht, wie oder ob ich das durchstehe und wie lange ich Pause machen sollte zwischen den Schleifen. Daher habe ich mir auch keine Taktik zurechtgelegt, sondern habe alles spontan entschieden.

Schleife 1: Spaß

Um kurz nach 11 Uhr ging es dann bei bestem Wetter los und einer ist mal gleich vorweg gelaufen. Das war Magnus von erfolgsmatrix.de. Er ist schon einige Ultra-Trails gelaufen und für ihn war diese Wanderung ein „Spaziergang“. Dazu später mehr ;). Ich habe mich zu Beginn im Mittelfeld aufgehalten und habe mich mit einige Bloggerkollegen unterhalten und bin noch sehr gemäßigt gewandert, immerhin mussten auf der 1. Schleife 40 km bewältigt werden.

Start

Der Anfang

Nach ca. 6 km ging es zur ersten Verpflegungsstation und ich bekam meinen ersten Stempel. Dort herrschte Stau, da das Feld noch ziemlich eng beieinander war, danach wurde es aber deutlich entzerrt und es gab keine Warteschlangen mehr.

Die 1. Stempelstation

Die 1. Stempelstation

Es gab immer wieder tolle Aussichten auf die Weinberge und die Mosel. Leider habe ich nicht so viele Bilder gemacht wie ich normalerweise gemacht hätte, aber da noch ein paar km vor mir lagen, habe ich das Fotografieren etwas zurückgesteckt. Normalerweise bin ich sonst eher ein Fotojunkie.

Nach einem Drittel der 40 km bin ich mit Martin von gehlebt.at gelaufen, da wir das gleiche Tempo hatten. An den Verpflegungsstationen gab es meistens Bananen, Powerriegel und manchmal auch etwas Süßes, Gemüsebrühe oder Wurst. Wasser konnten wir auch immer auffüllen lassen. Daher hätte man sich nichts zu essen oder trinken mitnehmen müssen, aber Wasser dabei zu haben schadet nicht, da besonders auf den letzten beiden Schleifen jeweils nur noch 2 Stationen kamen.

Nach ungefähr 8 Stunden sind Martin und ich von der ersten Schleife wieder an der Turnhalle angekommen.

Schleife 2: Schmerzen

Uns ging es beiden, nach den ersten 40 km, noch richtig gut und haben dann erstmal eine Stärkung zu uns genommen und Nudeln gegessen. Nach ca. 30 Minuten Pause haben wir uns zusammen mit Joachim von anderswandern.de auf den Weg zur 2. Schleife gemacht. Gerade als wir losgehen wollten, ist Magnus in die Turnhalle gekommen und hat die 2. Schleife beendet!!! Unglaublich.

Zu dritt ging es also auf die nächsten 21 km. Es ging zuerst durch Bernkastel-Kues und direkt steil bergauf. Langsam wurde es auch immer dunkler, zum Glück aber nicht kälter. Regen war auch noch nicht zu sehen, obwohl es schon seit einigen Stunden bedeckt war. Die Aussicht war auf dieser Strecke eine ganz andere, denn jetzt konnten wir Bernkastel-Kues von oben ansehen und besonders im Dunkeln war es ein toller Anblick.

Bernkastel Kues bei Nacht und Feuersalamander

Bernkastel Kues bei Nacht und Feuersalamander

Wir hatten sogar etwas Wildlife während der Wanderung. Ein Feuersalamander hat sich uns nämlich in den Weg gestellt ;). Es wurde mit der Zeit immer dunkler und es wurde schwieriger die Wegemarkierungen zu finden. An einer Stelle ging es steil berg ab und da es dunkel war, war es nicht ganz so einfach runter zukommen, aber man konnte sich glücklicherweise an einem Seil festhalten.

Nach knapp der Hälfte der Strecke, kamen wir zur zweiten und letzten Verpflegungsstation auf der 2. Schleife. Bis dahin ging es meinen Beinen auch noch gut, auch wenn sich so langsam die Strapazen bemerkbar gemacht haben. Als ich mir den Streckenverlauf der 2. Schleife angesehen habe, sorgte das nicht gerade für Motivation :), denn statt näher zum Ziel, entfernten wir uns erstmal wieder ein Stück und mussten eine Schleife laufen bevor wir wieder auf den Weg zur Turnhalle kamen.

Es geht auch wieder etwas steiler berg auf und direkt durch den Wald, ab hier haben wir dann auch die Stirnlampe dauerhaft angehabt, da die Trittsicherheit ohne der Lampe etwas schwierig war. Bei mir machten sich so langsam aber sicher die Knie bemerkbar. Ich habe schon immer Probleme mit den Knien, welche bei langen Anstrengungen anfangen zu schmerzen. Die letzten ca. 4 km wurden gefühlt immer länger und meine Knie schmerzten immer mehr. Das Tempo von Martin und Joachim konnte ich komischerweise trotzdem mitgehen.

Bergauf und langsam wurde es dunkel auf Schleife 2

Bergauf und langsam wurde es dunkel auf Schleife 2

Mein Ziel alle drei Schleifen zu schaffen entfernte sich immer mehr, denn als ich mir vorstellte das noch weitere 19 km vor mir standen und es laut Beschreibung die schwerste Etappe war, konnte ich mir nicht vorstellen diese auch noch zu wandern, wegen den Knieschmerzen. Meine Füße waren noch in Ordnung und auch sonst fühlte ich mich körperlich gut, nur meine Knie halt nicht.

Ich war heilfroh um ca. 0:30 Uhr zurück bei der Turnhalle zu sein. Dort saß auch bereits Magnus und war am Nudeln essen und war schon frisch geduscht. Er war nämlich schon seit einer Stunde zurück von der dritten Schleife!!!

Schleife 3: Glücklich sein

Eigentlich hatte ich ja schon mit der Wanderung abgeschlossen. Allerdings hat mich Magnus motiviert noch weiter zu machen. Er sagte: „Schmerzen vergehen, Stolz bleibt“ :). Daher habe ich dann mal geschaut wie es meinen Knien geht und tatsächlich die fühlten sich wieder gut an. Auch Martin war schon wieder hochmotiviert für die letzte Etappe ;), das spornte mich natürlich auch an und so haben wir uns, nach ca. 45 Minute Pause und einer neuen Ration Nudeln, auf den Weg auf die letzten 19 km gemacht. Da es kälter wurde und auch etwas anfing zu nieseln, habe ich mir eine Jacke angezogen und eine weitere in den Rucksack gepackt.

Nudeln zur Stärkung

Nudeln zur Stärkung und leicht verpeilter Blick 😉

Die letzte Strecke führte die ersten Kilometer nur bergauf und ging meistens durch den Wald. Auch wenn es anstrengend war, war es angenehmer hoch als runter zu laufen. Mir ging es auch sehr gut und meine Knie schmerzten nicht (noch nicht).

Als wir bei der zweiten und letzten Verpflegungsstation bei der Feuerwehr in dem kleinen Ort Longkamp angekommen sind, haben wir uns ein paar Minuten ausgeruht, da sich die Strapazen immer mehr bemerkbar machten. Denn die Knie und nun auch die Füße fingen an zu schmerzen und auch im Kopf war ich nicht mehr so hochmotiviert. Martin ging es mittlerweile ähnlich. Wir redeten kaum noch und hatten nur noch das Ziel im Kopf :).

An der Station gab es Schokolade, das war herrlich :). Als ich einen der Feuerwehrmänner an der Station fragte wie viel km es denn noch sind, sackte meine Motivation in den Keller, denn es waren noch ganze 12 und bedeutet wir haben noch nicht mal die Hälfte geschafft, obwohl ich darauf gewettet hätte das es keine 10 km mehr bis zum Ziel waren.

Klar ich hätte mich auch vom DRK zurückbringen lassen können, aber so kurz vor Ende wollte ich es auch durchziehen und so ging es für Martin und mich auf die letzten 12 km. Ich zog mir noch meine andere Jacke an, da es doch etwas frisch war und weiter ging es.

Bernkastel-Kues bei Nacht

Bernkastel-Kues bei Nacht

Jetzt wurde es auch immer mehr zur Qual. Unsere Schritte wurden kürzer und langsamer und ein Ende war nicht in Sicht. Es ging wieder in den Wald und am Ende auch serpentinenartig nach unten. Die Beschilderung war auch nicht mehr so eindeutig, aber wir haben glücklicherweise immer den richtigen Weg genommen. Als dann die ersten Häuser von Bernkastel-Kues zu sehen waren, wussten wir, dass es bald geschafft ist. Es wurde auch langsam wieder hell und tatsächlich, um 5:59 Uhr sind wir glücklich und kaputt angekommen und haben es geschafft :).

Fazit

Das #bloggerwandern war ein tolles Erlebnis und ich würde gerne nochmal so eine 24-Stunden-Wanderung machen. Es war gerade am Ende sehr anstrengend und die Füße und Knie taten sehr weh, aber es war eine tolle Erfahrung und ich konnte mal ausloten, wie weit mich meine Beine tragen :). Zudem war es beeindruckend zu sehen, wie lange ich doch noch gelaufen bin obwohl alles weh tat. Da siehst du, dass der Wille zählt und der Körper mehr aushält als man denkt, auch wenn du manchmal denkst es geht nicht mehr.

Auch war ich ab und zu sehr erstaunt, wer so alles an der Wanderung mitgemacht hat und wer es auch komplett geschafft hat, denn von manchen hätte man das nicht unbedingt erwartet. Auf der dritten Schleife wurden wir zum Beispiel von einem überholt der bestimmt doppelt so alt war wie ich und nur im kurzärmeligen Hemd unterwegs war. Respekt ;).

Andere hatten auch noch die Zeit nebenbei Geocaching zu machen, sowie Jörg von gewum :).

Das Wochenende war wirklich toll. Wir hatten alle viel Spaß und es war schön mal die Personen hinter den Blogs in live kennenzulernen.

Hier noch ein paar abschließende Fakten (Danke an Anne für die Infos):

  • 155 Teilnehmer
  • 55 Teilnehmer waren weiblich
  • 100 Teilnehmer waren männlich
  • 65 Teilnehmer sind alle drei Strecken gewandert
  • 46 Teilnehmer sind die ersten beiden Strecken gewandert
  • 44 Teilnehmer sind die erste Strecke gewandert
  • 475 Bananen wurden gegessen
  • 505 Müsliriegel wurden verzehrt
  • 480 Brötchen wurden gefrühstückt
  • 49 Helfer waren im Einsatz
  • 12 Erlebnis- / Stempel- / Verpflegungsstationen haben unterwegs die Teilnehmer begrüßt
  • 498 Schilder wurden zur Wegemarkierung aufgehängt

Bedanken möchte ich mich noch für die tolle Organisation, die Einladung und das Rahmenprogramm von den Gastlandschaften Rheinland-Pfalz, Ferienland Bernkastel-Kues und der Mosellandtouristik. Auch ein Danke an die anderen Blogger, es war ein sehr schönes Wochenende.

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Möchtest du die Etappen selber mal ablaufen? Dann findest du hier, hier und hier die GPX-Daten oder KML-Daten als Download.

Hier siehst du noch meinen ersten Artikel zum #bloggerwandern und welche Blogger noch mitgelaufen sind:

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Daniel Panhorst

Ich bin Daniel und schreibe hier über meine Erlebnisse rund um die Welt. Am liebsten Reise ich auf eigene Faust, heißt ohne gebuchte Tour oder sowas, ich will die Natur und die Länder selber erkunden und möglichst unabhängig sein.

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9 Kommentare

  1. Hallo Daniel,

    das hast du toll beschrieben! Ja ja, ich hatte zwischendurch noch Zeit Geocaches zu suchen. Es waren aber nur zwei, die ich gefunden habe. An einem dritten habe ich mich bestimmt eine viertel Stunde erfolglos aufgehalten. An einem vierten, fünften und sechsten bin ich dann auch ohne zu suchen vorbei gelaufen.

    Es war ein tolles Erlebnis! Und ich hab mich sehr gefreut, Euch alle kennen zu lernen!

    Gruß Jörg

  2. Daniel du hast, ebenso wie auch die anderen 80km Wanderer, meine volle Bewunderung und ein wenig überkommt mich auch Wehmut, dass es mir nicht gelungen ist mindestens eine zweite Schleife zu wandern.

    Prima dass Magnus dir so auf die Beine geholfen hat, mit seinem Motivationsspruch 🙂

    Einen lieben Gruß
    Elke

  3. Hi Daniel, nochmal ein dickes Lob von mir für diese tolle Leistung und ich ärgere mich doch ein bisschen, dass ich den Biß zur dritten Schleife nicht hatte… aber ich war einfach soooo müüüüde… Lag vielleicht am Vorabend, wo ich mich um das Wohlergehen ausländischer Gäste bemüht hatte 😉
    Freue mich auf ein Wiedersehen und danke für Dein Dankeschön!

    Liebe Grüße, Karin

  4. Hallo,

    wir haben auch vor Kurzem eine 24 h Wanderung gemacht. Wir waren für 10 Tage in München und dort sind wir dann 24 h in der Gruppe gewandert. Das war anstrengend aber auch wirklich schön! Kann ich nur empfehlen?

    LG

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